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Schokolade + Banane = Love Forever

Welcher Süßschnabel steht nicht auf diese geniale Geschmackskombination? Wir dekorieren unser Leben gerne mit etwas Puderzucker und beamen uns, mit einem Chai-Latte in der Hand, in den Vanillehimmel. Wie der Morgenkaffee reisen diese Lebensmittel genauso weit, wie sie selbstverständlich tagtäglich in unseren Mägen landen.

Ich versuche mir vorzustellen, wie ein Mensch im Ursprungsland Staude für Staude und Bohne für Bohne mit der Hand pflückt, die Ernte dann im Bauch eines unglaublich großen Schiffes unglaublich weit transportiert wird, hierzulande von LKW zu LKW umgeladen wird, um dann endlich in unserem Einkaufskorb zu landen. Den wir womöglich auch nur mit Ressourceneinsatz nach Hause befördern können.

Ein Schokobrunnen ist für mich der Inbegriff von Wohlstand!

Bananen setzen in Supermärkten Leitpreise fest wie Äpfel und Kartoffeln. Leitpreise sind uns Kunden geläufige Preise, an denen wir die günstigste Einkaufsstätte festmachen. Kakaoprodukte nehmen wir in allen Formen zu uns. Als Pulver, als Aufstrich, als Frühstückscerealien, als Süßigkeit… Ich erschrecke vor meiner eigenen Gewohnheit, mit der ich regelmäßig tropische Speisen genieße. Zu meinen Lieblingsgewürzen zählen Vanille und Zimt, aufgrund deren Fehlen mir mein Muffinteig aus regionalen Zutaten sehr unfertig vorkam. Vielleicht gibt ihm Zitronenabrieb das gewisse Etwas? Ähm ja… wenn ich zufällig einen Wintergarten hätte, in dem zufällig ein Zitronenbaum stünde. Bei dem Gedanken daran, mich nur regional zu ernähren, überfliegt mich eine leichte Panik. Ich würde mich geißeln, wie wäre es bei dir? Nun übe ich mich erstmal in Wertschätzung und Dankbarkeit. Nichts ist selbstverständlich.

Alles, was wir haben wollen, kommt uns zugeflogen. Welche Sklaven lassen wir für uns arbeiten?

Bananen

Wir verzehren hauptsächlich nur eine von über tausend bunten Bananensorten, und zwar die gelbe „Cavendish“. Durch den Anbau in Monokultur, gerne mit gesundheitsschädlichen Chemikalien, ist sie von der Ausbreitung mehrerer Pilzarten bedroht. Gentechnik soll die Stauden resistent machen. Im Bioanbau reifen Bananen in kreislauferhaltender Mischkultur heran. Fair gehandelte Früchte schließen Kinderarbeit aus.

Kaffee

Auch Kaffeebohnen werden würdigerweise ausschließlich von Erwachsenen gepflückt. Die sorgfältige Ernte der reifen Kirschen per Hand erspart den Böden die Verdichtung durch Erntemaschinen, die zudem die Sträucher beschädigen. Mischkultur sorgt für humusreiche Böden und mehr Artenvielfalt. Im „Direct Trade“ gehandelt bleiben Lieferketten nachvollziehbar. Mittlerweile arbeiten viele deutsche Röstereien direkt mit den Kaffeebauern zusammen und verarbeiten die Bohnen schonend, so dass der Kaffee mehr als magenverträglich wird.

Kakao

Für die Produktion von einem Kilogramm Rohkakao werden durchschnittlich Siebenundzwanzigtausend Liter virtuelles Wasser verbraucht. Auch hier senkt die Mischkultur, wie sie im Bioanbau praktiziert wird, den Verbrauch von Ressourcen. Die Kakaobäume stehen hier in einem intakteren Ökosystem und in schattenspendender, vor Wind schützender Nachbarschaft.

Don’t take it for granted

Wie wohl die Supermarktregale aussehen würden, wenn es nur noch Regionales zu kaufen gäbe? Wie würden sich unsere Kochrezepte verändern? Es ist für mich keine Lösung, gänzlich auf überregionale Speisen zu verzichten. Wenn ich ethisch würdevoll und umweltverträglich leben will, soll mich der nächste Coffee to Stay noch einmal mehr dazu einladen mich glücklich zu schätzen. Wir leben in einer Welt, in der nachhaltiges Handeln grundsätzlich möglich ist. Solange ich es mir zum Grundsatz mache.

Für regionale Inspirationen aller Art folge mir auf Facebook und Instagram!

 

 

Die Kellerliste

Im Beitrag Minimalismus habe ich zu jedem Wohnraum einige Inspirationen aufgezeigt. Außen vor gelassen wurde dabei der Keller… Steht der jetzt etwa voller Zeug?

Dass einer von uns während eines Ausmistwahns den Keller vollstellt statt sich wirklich von Dingen zu trennen, wird auch jetzt noch vom jeweils anderen befürchtet. Ich gerate da immer besonders in den Fokus, da ich zeitweise tatstächlich erst einmal vieles im Keller deponiere.

Auf den gefüllten Kartons steht jedoch die Aufschrift „Flohmarkt“ beziehungsweise „zu verschenken“. Im Frühjahrs- und Herbstbeginn finden nämlich unzählige Flohmärkte statt, auf denen ich dann unsere Sachen weiterverkaufe.

Praktisch ist auch eine „zu verschenken“-Kiste, die bei gutem Wetter auf unserem Mülltonnenhäuschen eine gute Figur macht und sich nach und nach leert. Viele Charity-Geschäfte nehmen Gebrauchtes an, auch digitale Medien und Bücher kann mensch dort abgeben. In einigen Stadtteilen habe ich öffentliche Bücherschränke entdeckt, in die ich Gelesenes hineinstellenen und Gewünschtes herausnehmen kann. Mein Lieblingsbioladen hat ebenfalls ein großes Tausch-Bücherregal und in der Nachbarschaft hat ein findiger Bewohner eine hübsche, kleine Tauschbibliothek aufgestellt. Damit lädt er jeden Passant zum Schmökern ein!

Zurück in meinen vollen Keller, der sich im Frühjahr wieder leeren wird. Wenn ich mich umschaue, hängen da zwei nigelnagelneue Schlitten von der Decke und jede Menge Werkzeug liegt im Regal vor mir brach, eine Babyschale wartet auf Nachwuchs.

Ehrlich wahr, wir besitzen für jeden Zweck das passende Utensil und wann brauchen wir das? Alle paar Jahre einmal für ein paar Stunden? Genauso ergeht es den Schlitten, dem Schlafsack, dem Zelt… Nun stelle ich mir vor, wie jeder Nachbar in unserer Straße in seinem Kellerabteil ähnliche Dinge besitzt, die er effektiv kaum in die Hand nimmt. Was für eine enorme Ressourcenverschwendung!

Ich erstelle nun eine Liste, auf der ich alle verleihbaren Dinge aufführe. Vielleicht schreibe ich auch das bekannte Ei darauf, wegen dem man doch mal eben drüben klingeln kann – und es dann doch nicht tut. Diese Liste verteile ich an jeden Nachbarn und ich versichere mich: Ich muss nicht jedes Klump mein Eigentum nennen.