Zero Waste

Ich bin total umweltbewusst! Na klar, ich gehe mit dem Baumwollbeutel einkaufen und vermeide damit Unmengen an Müll…

Das war die Anfängerversion, sogar die EU hat das kapiert und verbietet die kostenlose Herausgabe von Plastiktüten. Die Hardcoreversion sieht so aus: Besitze keine Mülltonne! Ja, verbanne deine Mülltonne! Wird dir gerade schwindelig? Wie soll das denn gehen? Bea Johnson schreibt darüber in ihrem Buch „Zero Waste Home“. Ich bin ja ein Fan von radikalen Umweltschutzmethoden und probierte vieles aus. Heraus kam ein Mittelweg, was das Müll vermeiden betrifft. In der Theorie mag ich Profi sein, in der Praxis zeige ich mich kompromissbereit und aus radikaler Sicht bequem. Wie ich nun Müll und vor allem Plastik meide, liest sich nun hier.

Ich habe viele Mülltonnen. Eine Restmülltonne, einen Biomüll, einen Altpapierhocker, einen Plastikmüll und eine Tonne für das Altglas. Der Inhalt der letzeren beiden landet wöchentlich im Container. Von meinem penibel getrennten Plastikmüll werden 53% thermisch verwertet (Umwelt Bundesamt, 2015) – ein schönes Wort für verbrennen, meine Mühen werden noch nicht so sehr respektiert, wie ich mir das wünsche! Also weg mit der Illusion, all der Müll würde recycelt und zu modischen Einkaufstaschen umgeformt (die Lieschen wegen der hübschen Motive sammelt, obwohl sie sie nicht braucht…).

Müllvermeiden im Haushalt – Küche

In der Küche nutze ich einen Beutel. Einen Beutel, in denen ich schmutzige Spüllappen und Geschirrhandtücher sammele. Der kommt dann mit seinem Inhalt in die Waschmaschine und ich bekomme frische Spültücher zurück. Küchenkrepp vermisse ich auf diese Weise gar nicht. Wichtig ist, dass alle Putztüchlein, Läppchen und Schwämmchen aus 100% Baumwolle oder Cellulase bestehen. Mikrofasertücher und Schwämme sind reiner Plastikmüll, sie verseuchen die Umwelt und unsere Nahrung mit Mikroplastik! Ich habe festgestellt, dass so manches „Baumwoll-Spültuch“ einen hochprozentigen synthetischen Faseranteil hat. Beim Kauf neuer Putzlumpen ist es notwendig das Kleingedruckte zu lesen! Die Bioabfälle sammeln wir in Reyclingpapiertüten, die im Gegensatz zu den Biofolien-Biomüllbeuteln verrotten. Diese zersetzen sich viel zu langsam und werden daher aussortiert und als Restmüll entsorgt. Verkauft werden sie trotzdem! Schade um den guten Willen, Schade um die Ressourcen, schade ums Geld.

Bad

Im Bad hängt auch so ein Wäschebeutel, denn zum Abschminken taugen kleine Tücher aus weichem Baumwoll- oder Bambusfleece mehr als Wattepads. Auch der gute alte Waschlappen ersetzt so manches Feuchttuch.

Feuchttuch, das: 10 bis 100 aneinandergereihte Kunsstoffvliesstoffe in einer Plastikverpackung, aus der ein Tuch nach dem anderen entnehmbar ist, um Oberflächen, Gegenstände oder Körperteile zu reinigen. Für jeden Zweck stellt uns die Industrie mit liebevoller Hingabe synthetisch duftende Tücher bereit, die nach dem Reinigen des von ihr ausgedachten Gegenstandes oder Körperteils im Restmüll entsorgt werden müssen. Von Allzweck, Antibakteriell, Babypopo, Brille, Busen, Cockpit, Fensterglas, altes Gesicht, junges Gesicht, Hände, Intimzone, LCD, Parkett, Smartphone, Spielzeug, Schuhe, WC bis Zementsack -heiliger! wird keine Versorgungslücke ausgelassen. Für den Komfort to go werden einige genannte Feuchttücher auch einzeln verpackt angeboten.

Als Make-up-Entferner dient eine Glasflasche Distelöl, zusammen mit einem Schuss Shampoo und etwas Wasser funktioniert das wunderbar und hält ewig.

Waschen und Duschen klappt mit einem Stück Seife prima, unzählige Onlineshops liefern handgemachte und hochwertige Produkte. Seit ich Stückseifen verwende, bleibe ich nun noch lieber an den Marktständen der Seifensieder stehen und kaufe sogar etwas! Wähle auch hier mit Bedacht, denn die meisten Seifen schäumen auf Palmölbasis und der Palmölanbau verursacht ökologische Katastrophen.

Mit Haarseifen bin ich aufgrund der örtlichen Wasserhärte drei nicht warm geworden. Das Spülen mit Essig in allen bedenklich hohen Konzentrationen hat nicht verhindert, dass die Haare schmierig blieben oder die Augen gereizt. Es soll Haarseifen speziell für hartes Wasser geben, dem gehe ich selbstverständlich nach. Für kurzes Haar eignet sich Roggenmehl: Einen Esslöffel Mehl in einem Glas mit etwas Wasser vermengen, so dass es einen schönen schleimigen Brei ergibt. Wie Shampoo einmassieren und ausspülen, fertig. Die Haare glänzen, die Kopfhaut freut sich über die schonende Behandlung und wer auf die Vollkornmehlvariante verzichtet, spart sich das Auskämmen der Schalenteile.

Die Zähne werden mit einer Zahnbürste aus Bambus sauber. Über die ausgemusterten alten freut sich mein Nachbar, der damit die gemütlichen Feuer unserer Hausfeste entfacht. Den Bürstenkopf breche ich einfach ab und entsorge ihn – wegen der Plastikborsten – im Restmüll. Ich habe auch Miswak und Süßholz zum Zähne putzen ausprobiert. Letzteres schmeckt mir besser, leider habe ich beide Hölzer nur in Plastik verpackt erstehen können – fail! Zahnputztabletten sind komplett plastikfrei erhältlich, eine tolle Idee – denn wie viel Wasser wir ständig und überall teuer mitkaufen, ist enorm. Und das will schließlich auch transportiert und verpackt werden…

Verpackungsarmes und vor allem günstiges Enthaaren klappt mit Zucker. Zusammen mit Zitronensaft erhitzt und zu einem klebrigen Ball geformt erhält man eine langlebige Sugaring-Kugel. Köchelt die Masse länger, wird sie zu einem Bonbon.

In Körperpflegeprodukten wimmelt es nur so von Mikroplastik. Festes Mikroplastik in Form von Peelingkörnchen oder Schleifmitteln sind bereits verpönt und die Hersteller haben glücklicherweise ihre Rezepturen abgeändert. Ein entsprechendes Gesetz hierzu steht aktuell noch aus, lediglich Schweden verbietet festes Mikroplastik per Paragraph. Das flüssige Mikroplastik steckt in den meisten Duschgels, Sonnencremes, Shampoos, Wimperntuschen, Make-Ups… Auch diesbezüglich lohnt sich das Studieren der INCI-Liste.

„Mikroplastik befindet sich auch in Produkten, in denen es bisher kaum vermutet wurde. Polyquaternium-7 steckt beispielsweise in jedem vierten untersuchten Duschgel und Nylon-12 in jedem zehnten Make-up“, sagt Franziska Grammes von Codecheck. Dass Kunststoffe dem Kunden nicht auffallen, liegt auch an unterschiedlichen Definitionen von Mikroplastik: So erkennen viele Hersteller lediglich Polyethylen (PE) als Mikroplastik an, nicht jedoch Kunststoffe wie Nylon-12, Acrylates Copolymer oder Acrylate Crosspolymer. www.utopia.de

Hygiene und Baby

Monatshygieneprodukte und Taschentücher aus Stoff sehen nicht nur schön aus sondern sind auch würdiger als die Wegwerfvarianten.

Ein Baby kann mit praktischen, modernen Stoffwindeln gewickelt und auch mit waschbaren Tüchlein sauber gepflegt werden. Das funktioniert sogar unterwegs, denn die Schmutzwäsche kommt im undurchlässigen Wetbag nach Hause und dort in die Waschmaschine. Das spart immens viel Geld und Ressourcen. Der Mensch kommt übrigens als Umweltschoner auf die Welt. Bereits Neugeborene merken, wann sie mal müssen und geben Bescheid. Eltern, die ihr Kind auf seine Signale hin abhalten, sparen Wäsche oder Windeln, denn das Kind behält sein natürliches Sauberkeitsbedürfnis bei und wird schneller trocken.

Beikost habe ich beim Essenkochen abgezwackt, in ausgespülte Schraubgläser gefüllt und eingefroren. Die kleinen Portionen lassen sich schnell im Wasserbad erwärmen. Ein Stillbaby braucht die ersten sechs Monate weder Getränke noch Brei. Ernährungstechnisch kommt der Homo Sapiens also verpackungsfrei durch die Säuglingszeit. Stilleinlagen gibt es auch in der waschbaren und hautfreundlicheren Variante – aus Wolle, Seide oder Baumwolle.

Unterwegs

Eine Trinkflasche, eine Brotzeitdose, eine kleine Gabel, ein Teelöffel und ein Tuch als Serviette sind meine Wegbegleiter, wenn ich weiß, dass ich unterwegs kein müllfreies Essen erstehen kann. Es ist zudem bekannt, dass selbstgekochtes gesünder und günstiger ist, Vorbereitung ist die halbe Miete. Für den kleineren Hunger zwischendurch reichen Nüsse und Trockenfrüchte. Falls doch kein Magengrummeln aufkam, belasse ich die Snacks einfach in der Tasche, denn sie sind lange haltbar.

Im Tiefkühlfach horte ich Energiebällchen, die aus Haferflocken, gemahlenen Nüssen und Trockenfrüchten bestehen. Die tauen in der Vesperdose innerhalb von kurzer Zeit auf, genau dann, wenn der kleine Hunger kommt. Für das Rezept schreibe mir eine Nachricht oder hinterlasse einen Kommentar!

Schreibtisch

Recyclingpapier, Notizblätter beidseitig beschreiben, bla bla bla, das kennst du schon. Versandkartons und -Taschen sammeln und wiederverwenden, Paketschnüre aus reiner Naturfaser statt Klebeband (wieder)verwenden, mit Malerkrepp statt Plastikklebestreifen kleben. Bei Onlinebestellungen im Feld „Bemerkungen“ darauf hinweisen, man möge plastikfrei verpacken und die Waren im gebrauchten Versandkarton verschicken. Geschenke hübsch in Stoff einwickeln und Dinge wiederverwenden, wiederverwenden und nochmal verwenden.

Garten und Balkon

Im Frühjahr habe ich einen Komposthaufen bearbeitet und jede Menge kleine Plastikteilchen gefunden. Gummis, Pflanzenstecker, ummantelte Drähte und Folienstücke. Erschreckenderweise entdeckte ich auch in gekaufter Bio-Blumenerde einigen Plastikmüll. Dabei lassen sich Pflanzen auch willig mit Sisal und Hanf bändigen und mit Holzsteckern beschriften. Auch zum Kräuter bündeln sind Naturfasern die bessere Wahl, ob das die Biogärtnereien auch bald so sehen? In Tontöpfen oder Terrakotta fühlen sich Blumen wohler, denn im Plastikgefäß stauen sich Hitze und Gießwasser schnell. Unkrautvlies halte ich für problematisch, da es im Laufe der Jahre „zervliest“ und somit Kunstfasern unweigerlich in der Umwelt verbleiben.

Erntezeit

Streuobstwiesen, öffentliche Obst- und Nussbäume, gepachtete Ackerflächen… Wo kannst du Lebensmittel säen und ernten? Welche kannst du eintauschen? Kräuter und Wiesenpflanzen machen sich prima im Salat und treiben auch nach dem Rasenmähen als erste wieder aus. Löwenzahn und Giersch sind sehr gesund, auch die Brennnessel taugt als grüne Beilage. Lass dir von kundigen Menschen die essbare heimische Fauna zeigen! Auf Gemüsebeeten wird vieles in Massen gleichzeitig reif und so kann ich einige Riesenzucchinis gegen unzählige Gojibeeren aus dem Garten der Nachbarin eintauschen. Total müllfrei. Plus nette Bekanntschaften!

Einkaufen

Wer keinen Müll kauft, muss keinen entsorgen. Punkt. In guten Geschäften kann ich Obst und Gemüse lose kaufen, für Salate und Schwammerl nehme ich bestimmte Beutel mit, deren Gewicht an der Kassenwaage abgezogen wird. Glas und Papier wird der Plastikverpackung bevorzugt, das Kaufen von Großpackungen spart auch etwas Müll. In München gibt es Unverpackt-Läden, in denen man wirklich alle Waren lose erhält. In allen anderen Märkten ist es schon üblich, dass der Kunde seine (alte) Tupper- oder (neue) Edelstahlbox über die Frischetheke reichen kann. Semmeln und Brot lasse ich mir in Stoffbeutel packen.

Klamotten kaufe ich Second Hand oder Bio und Fair. Solche aus Naturfaser hinterlassen in der Umwelt und auf der Haut einen positiven Eindruck.

Putzmittel rühre ich mir selbst an. Die Rohstoffe gibt es auch plastikfrei.

Alles andere, was ich meine zu brauchen, benötige ich dann doch nicht, oder ich kann es leihen, reparieren, tauschen oder gebraucht kaufen. Und wenn das nicht geht, dann erwerbe ich es neu. Und Ausnahmen bestätigen die Regel. Wie klingt Zero Waste für dich? Welche Chancen birgt der freiwillige Verzicht  für uns, für unsere Werte, unseren Lebensstil?

Wenn du weißt, wo ich ein Bodenwischtuch aus reiner Naturfaser herbekomme, schreibe mir eine Nachricht!

Minimalismus

Städtischer Wohnraum ist rar, teuer und knapp bemessen. Wir sind glücklich mit unserer kleinen Bleibe, denn unsere Zweiraumwohnung hat alles, was das Herz begehrt. Zentral, dennoch ruhig gelegen, etwas im Grünen, nah an Bach und naturnahen Gefilden, alle wichtigen Adressen sind fußläufig unter zehn Minuten erreichbar. Wir haben uns dafür entschieden, auch mit Kind in dieser typischen Pärchen-Wohnung zu bleiben. Denn jeder zu zahlende Quadratmeter will erarbeitet werden. Doch je mehr Arbeitststunden ich leiste, desto schneller laufe ich im Hamsterrad. Und aus dem wollen wir eher raus als rein!

Also sorgen wir dafür, dass wir uns in unserem Zuhause wohlfühlen. Dazu ist es uns wichtig, dass wir uns nicht kasteien und kein Familienmitglied Opfer bringen muss. Es gibt Nützliches, Notwendiges und Schönes und all das hat weiterhin seinen Platz. Wir haben alles, was wir brauchen und verspüren keinen Mangel. Was hat sich bei uns geändert und warum fühlt es sich besser an als zuvor? Was sind unsere Tricks und Ideen?

Die Möbel

Wir nutzen oft Zwei-in-Eins Funktionen. Ein Hocker ist gleichzeitig der Altpapierkorb. Truhen bieten Sitzgelegenheiten und Stauraum. In geschlossenen Schränken haben wir Bücher gestapelt, zweireihig. In offenen Regalen ist es deshalb dekorativ! Der Fernseher ist zugleich unser Computerbildschirm, auch die Musikanlage ist dort angeschlossen. Möbel, die auf Füßen stehen, bekommen rollbare Schubladen untergeschoben. Unter dem Bett bietet diese Möglichkeit ebenso ein paar Quadratmeter. In zahlreiche Ecken fügten wir halbrunde Ablageflächen ein. Jedes an der Wand hängende Möbelstück verbraucht keinen Platz am Boden, daher lohnen sich viele Bohrlöcher! Den großen Esstisch und die passenden acht Sitzgelegenheiten verkauften wir und legten stattdessen einen Spielteppich aus. Gewöhnlich treffen wir viele liebe Menschen außerhalb der eigenen vier Wände und die klassische Essecke hat sich bei uns nie rentiert. Ein Klapptisch, der ungebraucht an der Wand eingehakt wird, dient als Schreibtisch. Kastenförmige Hocker mutieren vom Sitzplatz zum Regal. Wo einschieben, klappen, stapeln zum gängigen Vokabular wird, schafft eine Prise Kreativität tausendundeine Möglichkeit. Hängende Körbchen schmücken Nischen und Ecken. So bleibt Krimskrams wie Kosmetikartikel, Ladegeräte, Feuerzeuge und Taschentücher greifbar und aufgeräumt.

Wahrnehmung

Kleine Wohnräume brauchen nach oben hin viel Luft. Daher sollten sie nie bis unter die Decke zugestellt oder verhangen sein. Quadratische und schlauchförmige Zimmer benötigen noch mehr freie Fläche unterhalb der Decke als ausgewogen rechteckige, damit wir keine Beklemmungen bekommen. Wenige große Bilder oder Wandregale vergrößern optisch ihre jeweilige Wand. Rechteckige Formate ziehen in die Länge, quadratische werden zum Blickfang. Zwei Leuchten vergrößern einen Raum unter folgenden Bedingungen: im ersten Drittel eines rechteckigen Raumes, gegenüber und jeweils nah zur Wand aufgehängt, verleihen sie mehr Tiefe. Das funktioniert jedoch nur bei dezenter und schlanker Möblierung. Auch als Reihe parallel zur langen Wand – beispielsweise über einem Esstisch, sorgen sie für Perspektive. Spots betonen bestimmte Bereiche. Das gleiche erreicht Farbe: Mit ausgwählten und in hellen Tönen gestrichenen Wänden lassen sich eigentlich nicht vorhandene Räume und Atmosphären erschaffen. Hier ist es wichtig, einen weißen Rand zu belassen. Ecken bleiben frei oder werden entschärft, in dem dort Möbelstücke oder Gegenstände wie Spiegel, Gitarren platziert werden. Auch runde Dinge wie ein Wäschekorb erzielt diesen Effekt.

Deko

Ich dekoriere eigentlich gerne, jedoch verschwendete der klassische Klimbim viel Platz im Keller. Nun sind wir bin ich von saisonal trendigen Staubfängern auf natürliche Deko umgestiegen. Unsere Schätze aus Urlauben und Fundstücke aus der Natur verschönern unser Zuhause zeitlos und herzerwärmend. Wir verbinden mit ihnen gute Erinnerungen und umgeben uns so mit Positivität. Wenn wir sie satt werden würden, ließen sie sich kompostieren oder einfach wieder auswildern 🙂 Auch Musikinstrumente sind schön anzusehen!

Die Elemente

Eine große Rolle spielen die vier bis wahlweise sechs Elemente Feuer, Erde, Wasser, Luft, Holz und Metall. Je mehr wir uns mit ihnen verbinden, desto besser geht es uns. Deshalb lege ich Wert darauf, dass Dinge aus natürlichen Materialien bestehen.

Küche

Wie viele Geräte braucht der Mensch? Für jeden Handgriff gibt es das richtige Werkzeug… welches Platz braucht. Und es will auseinandergebaut und gereinigt werden. Und man kramt es oft nur einmal im Jahr hervor. Wenn ich dann mal … koche!

Klamotten

Worin fühle ich mich wie „ich“? Gefällt es mir an mir? Passt es mir? Wie oft wasche ich? Was trage ich tatsächlich oft und gerne? Die meisten Kleidungsstücke lassen sich prima einrollen und aufgestellt in Schubladen unterbringen. Das sorgt für mehr Übersicht und spart erstaunlich viel Platz! Die Rolltechnik bekommt man schnell intus. Jedes Kleidungsstück braucht eine Übungsrunde, das hat den Vorteil, dass bedeutungslose Teile sofort auffliegen!

Bad

Minimalismus geht auch hier mit Zero Waste einher. Bye, bye, Shampoo, hallo Seife! Hallo Roggenmehl! Hallo Distelöl! Hallo Natrondeo! Hallo Waschlappen! Welche Kosmetik verwende ich wirklich gerne und regelmäßig?

Ausmisten

Nimm jeden Gegenstand in die Hand. Hast du ein gutes Gefühl? Macht er dich froh? Behalte ihn. Denkst du dir “ falls… irgendwann“ dann verabschiede dich. Und alles, was du im letzten Jahr nicht angefasst hast, kann weg. Beim Aussortieren übten wir uns darin, bei jedem Ding einzeln unser Herz zu befragen, ob es noch zu uns gehört oder seinen Zweck bereits erfüllt hat. Unser Hausstand hat sich halbiert! Und trotzdem oder gerade deshalb fühlen wir uns in unseren vier Wänden wohler als zuvor. Wohin dann mit all dem Krempel? Verschenken, verkaufen, wegwerfen.

Fertig?

Ich finde immer etwas, was ich nicht mehr brauche, gleichzeitig braucht jeder von uns auch dann und wann irgendeine neue Sache. So gleicht sich der „Bestand“ immer selbst aus und wir häufen kein Zeug mehr an. Jede Neuanschaffung durchläuft einen kritischen „Brauche ich das wirklich?“-Prozess. Am hilfreichsten ist es dabei, mit dem tatsächlichen Erwerb zu warten!

Nichts ist so beständig wie die Veränderung

Oft waren Umräumen und Ausmisten mein Weg zu mehr Ordnung im Kopf. Was sich innen verändert, wandelt sich nach außen und umgekehrt. Minimalismus bedeutet für mich eine Mischung aus Freiheit und Klarheit. Ich mag es den Überblick über meine Siebensachen zu haben und genieße den Gedanken, ohne viel Aufwand umziehen zu können, wenn ich es denn wollte. Ich mag es, die Wahl zu haben. Die habe ich, denn wir befinden uns in einer Überflussgesellschaft . Fluch und Segen zu gleich. Für letzteres und die Wahl bin ich dankbar.

Zum Weiterlesen: Die Kellerliste

 

 

Ökonsumpf

Grün, grün, grün sind alle meine Kleider… und alles, was ich hab.

Head&Shoulders wirbt mit 25% Recyclinganteil in der Shampooflasche. Applaus! Hier werden nicht nur Haare, sondern auch ganze Gehirne grüngewaschen. Der informierte Umweltaktivist kauft sowieso nichts von P&G, doch die Ökonsumfallen lauern dort, wo nachhaltige Produkte zum neuen Status erkoren werden.

Und so staune ich über all die tollen ökologischen und fair produzierten Dinge, die das Leben schöner machen. Ich lache über die leeren (!!!) Glasflaschen, die der kreative Müllvermeider und Selbstgemachtes-Verschenker kaufen (!!!) kann. Zahlt er genau das gleiche, erhält er zwei Regale weiter die selbe Glasflasche mit Biosmoothie gefüllt. Blecht er in einem anderen Geschäft 20x so viel, prangen auf der nun 400 ml größeren Flasche hübsche Motive. Merkste selber, ne?

Ich will gar nicht über Eine-Welt-Shops miesepetern, ressourcenschonende Dekoalternativen schlecht reden und schon gar nicht über Unternehmen herziehen, die eine neue, menschenfreundliche Arbeitskultur prägen. Oder mich selber um die schönen Dinge des Lebens bringen…

Zum Beispiel diese abgefahrenen Aufbewahrungsbehälter aus Birkenrinde. Wenn ich die kaufe und hübsch in mein Inventar integriere, kann ich die ollen Plastikkisten ja endlich wegschmeißen! Ja, weg mit dem Plastik, weg mit dem Müll!

Und genau hier liegt der Hund begraben. Mit Feuer kann ich kein Feuer löschen. Wenn ich etwas kaufe, hat das Ressourcen gebraucht. Egal, wie öko, fair, nachhaltig und projektunterstützend, es hat Energie, CO2, Wasser, und Lebensraum gekostet. Lieber lass ich die Birkenbecher noch ein bisschen im Wald stehen und spende das gleiche Geld für eine Organisation, die sich davon ein Stückchen Wald kauft und diesen schützt. So ein Spontankauf ist schnell erledigt, ich hinterfrage, dass du und ich ebenso spontan die gleiche Summe spenden würden.

Denn mit trendigen Ökoaccessoires kann man so schön zeigen, wie Öko man ist! Ob das Schuhe oder Rucksäcke bestimmter Labels sind, oder Glasflaschen… „Ich bin nur cool, wenn ich die selben Markensachen habe wie meine Mitschüler“. Na, das kommt uns doch bekannt vor… sind wir dem nicht längst entwachsen? Die Dazugehörigkeit, die Erkennungsmerkmale, die uns Mitmenschen auf Anhieb sympathisch erscheinen lassen sind käuflich. Hier stapfen wir im Konsumpf! Und so dürfen wir uns wieder selbst hinterfragen.

Brauche ich das wirklich? Besitze ich bereits eine Alternative? Kann ich ein Vorhandenes reparieren? Kann ich es gebraucht kaufen oder tauschen oder ausleihen? Kann ich es selbst herstellen, vielleicht sogar mit anderen Menschen gemeinsam?

Schnödes Warten und der Zufall filtern die Befriedigung, die durch Klicken und Kaufen erlangt wird, ganz einfach heraus und übrig bleiben die Dinge, die du wirklich benötigst. Hier meine Tricks: Ich schreibe die Sachen, die ich meine zu brauchen auf eine Liste. Dann warte ich. Und mit der Zeit hat sich die Hälfte von selbst erledigt! Andere Dinge finde ich nach einer Weile gebraucht. Wenn es mir ernst ist, mit diesem Ding, dann ist es das lange Suchen wert. Oder ein Nachbar will zufällig etwas loswerden, was ich brauche, das ist praktisch. Ein Gedankenspiel: Stelle dir einmal vor, du gehst in ein Geschäft, kaufst ganz viel in Windeseile und stellst daheim fest, dass du eine Sache vergessen hast einzupacken… Ist es diese Sache wert, noch einmal zum Geschäft zurückzukehren um sie abzuholen?

So einfach, so schwer. Shopping macht viel mit uns, mit unserem Belohnungszentrum. Wenn jemand süchtig nach Sneakern oder Handtaschen ist, ist das eine gesellschaftlich mehr als akzeptierte Sucht. So wie Kaffee und Bierchen trinken und Zigarettchen rauchen. Kompen-sum. Einkaufsbummeln ist ein Hobby und eine essentielle Beschäftigung. Ich bin gestern mal so richtig schön bummeln gegangen. Ernsthaft? Was meinst du, was steckt wirklich dahinter, hinter all den Kaufbedürfnissen…

 

 

Der Sonnengruß im Frühling

Ein Gastbeitrag von Yogalehrerin Anne Serve

Liebe Yogis und Yoginis!

Es ist Frühling und Ostern steht schon vor der Tür. Wenn auch das Wetter dem Frühling hinterher hinkt, so sieht man doch überall in der Natur schon Zeichen des Neubeginns. Erste Frühblüher, wie Schneeglöckchen, Krokus, Narzissen und Winterlinge locken Bienen und Schmetterlinge aus ihrem Wintertraum.

Eine farbenfrohe Aufforderung, auch an uns Menschen, es der Natur gleich zu tun! Befreien wir uns aus dem Dunkel des Winters mit leuchtenden Farben, nicht nur auf den Ostereiern, bei Kleidung und Dekoration.Durch und mit Yoga kannst du dich auch in Gedanken und Tun der buntern Palette des Regenbogens bedienen. So finden sich in den Chakren ( die sieben Haupt-Energiezentren des Körper) die Regenbogenfarben wieder.

Übst du den Sonnengruß, so hast du gleich alle Chakren aktiviert!

Gerade im Frühling sind die Chancen groß einen Regenbogen zu sehen. Du kannst ihn dir als Brücke zwischen Himmel und Erde vorstellen. Die Kraft, die aus den leuchtenden Farben entspringt, kann im Herzen aufgenommen werden und von deinem Herz eine „magische Brücke“ zu deinem Gegenüber aufbauen.

Ich wünsche dir und deiner Familie von Herzen frohe Ostern und eine gute Zeit!

Om, Shanti, Frieden,

eure Anne

Säen und ernten

Der Frühling will nun endlich unter uns bleiben, ein Zitronenfalter hat es mir verraten! Er und alle anderen Insekten haben Hunger und finden in Betonwüste und monokulturellem Ödland nicht mehr genügend Nahrung. Wir sollten wir ihnen bei der Futterbeschaffung helfen, denn ohne die summenden und flatternden Bestäuber stehen wir ebenso mit leeren Händen da. In Geschäften und zahlreichen Onlineshops gibt es massig insektenfreundliches Saatgut zu kaufen. Ab März wollen die meisten Sorten ins Freiland, auf den Balkon oder ins Blumenbeet. Wichtig ist, dass die Blüten der auserwählten Pflanzen ungefüllt sind. Das heißt, sie müssen über ihre natürlich vorhandene Nektar- und Pollenquelle verfügen. Vielen Pflanzen und Sämereien, die in Gartencentern erhältlich sind, wurde aus optischen Gründen die für die Insekten goldene Mitte weggezüchtet! Ökologisches, samenfestes Saatgut ist die bessere Wahl! Das Ausbringen von Seedballs ist eine simple Möglichkeit brache Flächen zu beblumen. Alte Eierkartons dienen als Anzuchtset für eine Insektenoase. Hier folgen meine Anleitungen:

Seedballs

  • torffreie Blumenerde
  • Tonerde
  • insektenfreundliche Sämereien
  • etwas Wasser

Die Blumenerde bei Bedarf durchsieben, dann werden die Bällchen gleichmäßiger und lassen sich leichter formen. Gebt die Erde in eine große Schüssel und fügt Saatgut eurer Wahl hinzu. Achtet darauf, Sämereien mit den gleichen Anforderungen an Standort und Aussaatzeit zu wählen. Nun kommt noch ein bisschen Tonerde ins Gemisch, die gibt den Seedballs mehr Stabilität. Gut vermengen, die helle Tonerde ist ein guter Indikator! Mit einer Sprühflasche wird die Mischung befeuchtet – zwischendurch immer wieder rühren und einen Probeball rollen! Die Seedballs sind idealerweise walnussgroß. Zu guter letzt dürfen sie an einem dunklen, kühlen und trockenen Ort wieder die Feuchtigkeit verlieren, damit sie lagerfähig und verschenkbar werden! Den Trocknungsprozess spart ihr euch, indem ihr die Seedballs gleich ausbringt.

Eine andere Möglichkeit Seedballs herzustellen erinnert an die Zubereitung von Marillenknödel: Indem zuerst die Bällchen geformt werden und im Nachhinein ein bis drei Samen eingearbeitet werden, spart ihr Saatgut.

Insektenoase

  • Eierkarton
  • torffreie Blumenerde
  • insektenfreundliche Sämereien

Befüllt den Eierkarton zur Hälfte mit Blumenerde, streut Saatgut eurer Wahl hinein und bedeckt dies wiederum leicht mit Erde. Den Karton könnt ihr noch etwas aufhübschen, denn dieses Anzuchtset ist ein prima Geschenk und Mitbringsel. Notiert eine kleine Pflegeanleitung:

Insektenoase! Mäßig gießen, die Keimlinge bald vereinzeln, umtopfen oder auswildern! 

Da Eierkartons kompostierbar sind, können sie theoretisch auch direkt ins Blumenbeet eingebettet werden.

 

Meine Sämereien habe ich beim BUND gekauft, achtet im Gartencenter auf Bioware oder schaut mal im nächsten Bioladen vorbei! Viel Spaß beim Säen und Gärtnern!

All about that waste

Die Menschen verseuchen mit ihrer Supererfindung Plastik ihre eigene Nahrung. Tatsächlich gibt es Kunststoff – der Überbegriff für Polymerverbindungen verschiedenster Art – erst seit Beginn des 19. Jahrhunderts. Mit Kautschuk wurden erstmals Gummihandschuhe und Autoreifen hergestellt. Und nun strudelt der Wunderwerkstoff mehrfach unvorstellbar weit weg im Ozean! Richtig problematisch für die Umwelt sind zudem die Additive, die für die bestmöglichen Materialeigenschaften vonnöten sind: Weichmacher, UV-Schutz, Färbemittel, Flammschutzmittel. Wird der Plastikgegenstand nicht mehr gebraucht, landet er zu 79% auf der Deponie oder anderswo auf weiter Flur*. Da nützt es gar nichts, dass zum Beispiel die fortschrittliche Schweiz 90% ihres Plastikmülls energetisch verwertet*. Ab in den Ofen damit – was soll man denn sonst damit machen.

Plastik ist persistent. Das heißt, es braucht über 100 Jahre, bis es verrottet. Und dabei entsteht kein nährender Humus, ich gebe zu bedenken, dass mit verrotten hier nichts anderes als unsichtbar werden gemeint ist. So wie aus Felsen feinster Sand entsteht, so zerfällt Kunststoff in immer kleinere Teilchen, von planktongroß bis mikroskopisch klein. Muscheln vergiften sich selbst durch die hormonell wirksamen Bestandteile. Guten Appetit.

Um dem Dilemma Einhalt zu gebieten veränderten nahezu alle namhaften Kosmetikhersteller ihre Rezepturen. So wurde der aufschreiende Kunde schnell wieder beruhigt! Wovon er nichts weiß: Es gibt flüssiges Mikroplastik. In Malfarben, Lacken, in nahezu allen Duschgelen, Nagellack, Wimperntuschen, Sonnencremes. Acrylate und Nylon zum Beispiel. Na, heute schon geschminkt und geschmiert? Kleidung aus Kunstfasern ist ebenso hochproblematisch: Bei jedem Waschgang, bei jedem Ausschütteln landen kleine Plastikfasern in der Umwelt. Findige Unternehmer bringen Waschsäcke auf den Markt, die die Mikrofasern nicht ins Waschwasser durchlassen. So kann der schuldbewusste Träger von Fleece und Polyester sein heikles Gewölle aufsammeln und richtig entsorgen.

Wir haben es selbst in der Hand, was durch unseren Abfluss fließt. Und was eben nicht in der Tonne landet. Was kannst du tun? Eine kleiner Brainstorm:

Trage Textilien aus Naturfasern. Kaufe lose Waren und nimm genügend Beutel und Behälter mit. Nutze unterwegs einen Kaffeebecher und eine Flasche für Getränke. Es gibt tolle Manufakturen, die waschbare Hygieneartikel herstellen. Alle Wasch- und Putzmittel lassen sich plastikfrei und umweltfreundlich herstellen. Lade dir den Einkaufsratgeber des BUND herunter, hier sind alle Kosmetika mit Plastikrezeptur aufgeführt. Sammle Müll an Bächen, Seen und Stränden.

Gib dir sechs Wochen – so lange braucht der Mensch, um neue Gewohnheiten zu etablieren! Hast du Fragen? Willst du mehr Input? Ich freue mich auf Feedback, auch auf www.facebook.com/sabrinajakob.muenchen

 

Versteckter Verzicht

Hallo Du!

Die Fastenzeit ist im vollen Gange und du übst dich nicht in Verzicht? Alkohol, zu viel TV, zu wenig Sport – etwa alles legal egal bei dir? Was ist aus deinen guten Vorsätzen geworden? Ich wünschte, du würdest mal auf mich hören!

Mahnend, dein Schlechtes Gewissen

 

Traditionell medienwirksam und vielleicht auch religiös oder spirituell verwurzelt macht sich ein jeder Gedanken, auf was er während der Fastenzeit verzichten will. 40 Tage! Bloß nicht zu enthusiastisch, lieber kleine Brötchen backen – aber bitte nur Vollkorn und kein Weizen. Will ich da wirklich mitmachen? Und danach? Weitermachen wie bisher ist Heuchelei, dann verzichte ich lieber aufs Verzichten.

Ich habe einen Anfang gefunden: Was ich als erstes lasse ist Schwarzweiß-Denken!

Nach dem Ziel habe ich gefragt, wohin soll die Reise gehen bei meiner Fastenzeit? Dann finde ich heraus, dass Fasten, worauf auch immer, mich wieder in die richtige Bahn lenken kann. Manchmal kommt man ja vom rechten Weg ab. Wir wollen ja alle nicht in die Fußstapfen anderer treten, daher ist das schnell passiert. Hier mal falsch abgebogen, da mal ne Markierung übersehen oder die Karte falsch herum gehalten. Schlechte Sicht, Nebelwand, den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen, die rosarote Brille aufgehabt. Wenn ich beispielsweise „unterm Jahr“ jammere und mir wünsche, ich könnte doch endlich mal *hierkönnteIhrFastenzielstehen*, dann brauche ich klare Sicht und Konzentration auf das Wesentliche: Was führt mich zu meinem Wunschziel? Wer und was hilft mir dabei? Nach dem Fokussieren und der Auseinandersetzen während der 40-tägigen Testphase ist das Dickicht plötzlich licht.

Ein bisschen mehr weg führt zu mehr Weg.

Und so schlägt das Pendel einmal in die eine Richtung – so geht es nicht weiter. Und dann schlägt es aus zur anderen Seite – wie lebt es sich damit?

Während mein Pendel so pendelt, schwungvoll, mit Rucken und stolpernd, so bewegt es sich bald sanftmütig und gleichmäßig immer weniger, aber immer weiter.

Und ich finde mich in meiner Mitte wieder. Erst Schwarz, dann Weiß, nun bunt.

Politisch

 

Alles, was jemand sagt und schreibt, ist sicher einer politischen Richtung zuweisbar oder gar einer Partei. Daran dachte ich beim Schreiben meines Beitrages Clan. Wo ist die Grenze zwischen politischer Message, also Propaganda im entfernteren Sinne und dem persönlichen Weltbild?

Ein friedliches Miteinander basiert auf  unantastbarer Würde. Das Gesetz verankert immerhin die der Menschen – wie traurig, dass sie überhaupt im Gesetzbuch stehen muss! Zudem wird beim Lesen des Grundgesetzes offenbar die Seite mit dem ersten Artikel überschlagen. So wie eine langweilige Einleitung. Wie die AGB’s eines Onlineshops. Der Leser will zum Punkt kommen und verpasst genau diesen. Was haben faire Arbeitsbedingungen, Umweltschutz und das Kümmern um das Wohl der restlichen Erdenbewohner mit Würde zu tun?

Menschen, die vorsichtig aus der Anonymität emporlugen sind darauf bedacht möglichst nirgends negatives Aufstoßen zu verursachen. Aus dem Slalom um Fettnäpfchen und dem Auspolstern sämtlicher Ecken wird geschmackloser Einheitsbrei gekocht. Macht satt, aber um Nachschlag bittet niemand. Ohne Emotion weder Diskussion noch Inspiration.

Aus der Zuweisung in eine politische Gruppierung erwächst Macht oder Mitläuferschaft. Schaue ich aufs Große Ganze sehe ich keine Partei ganz oben an der Spitze und schon gar nicht einen einzelnen Machtinhaber. Es sind Eltern, die Politik machen. Eltern wie du und ich.

Eltern sind die mächtigsten Menschen überhaupt. Sie begleiten die heranwachsende nächste Generation im Hier und Jetzt. Sie handeln nach ihrer eigenen Würde und leben Leben vor. Eltern sind übermächtig. Mit jeder Entscheidung schlägt jede Familie ihren Pfad durch das Wirrwarr von Ausbeutung, Machtmissbrauch, Hass, Terror, Gleichgültigkeit und Fremdsteuerung. Bereits eingeschlagene Wege machen es leichter für ihre Kinder diese weiterzugehen. Ein paar Politiker mögen neue Gesetze erlassen, die wieder und wieder gegen Menschenwürde verstoßen und den Umweltschutz hintenanstellen. Ich bin mir aber ganz sicher, dass die Macht der eigenen gelebten Würde immer stärker ist.

Warum das so ist? Hinterfrage: Aus welcher Intention geschieht mein Handeln? Und was hat mein Tun für Auswirkungen? Bin ich bereit die Konsequenzen selbst zu tragen oder kann ich es vertreten, diese weiterzugeben? Unsere westliche Welt mit allen Vorzügen steht auf der Säule des Konsums. So liefern all die einzelnen Dinge, die täglich in realen Einkaufswägen und virtuellen Warenkörben landen die Antwort auf die Frage, in welch einer Welt wir leben wollen.

 

Zum Weiterhören: Xavier Rudd – Spirit Bird

Zum Weiterlesen: Interview mit Gerald Hüther über Würde und Konsum auf utopia.de

Meditation. Mein Raum!

Erlaube dir, gut zu dir zu sein. So wie es selbstverständlich ist andere gut zu behandeln.

Vor allem, wenn du in einer stressigen Phase steckst und dir gar nicht der Sinn nach einer Mediation steht. Jetzt darfst du es dir gemütlich machen! Diese Meditation hilft dir bei der Zentrierung, sie gibt dir Abgrenzung von allerlei äußeren Einflüssen. Danach fühlst du dich ruhig und sortiert.

Was ist dein Raum? Dein Raum kann vieles sein. Vielleicht eine Art Kokon oder Eierschale. Vielleicht gefällt dir auch eine Seifenblase. Eine Aura aus hellem Licht. Gib deinem Raum die Transparenz und Farbe, die du brauchst. Worin fühlst du dich wohl?

 

Mein Raum

Ich stehe in der Berghaltung.
Meine Füße bieten mir einen festen, aufrechten Stand.
Meine Schultern sind entspannt.
Mein Kiefer ist entspannt.
Meine Gesichtszüge sind entspannt.
Ich spüre meinen Atem.
Vielleicht spüre ich ihn im Brustkorb, im Bauch oder ich spüre ihn an meinen Nasenflügeln entlangströmen.
So beobachte ich eine Weile meinen Atem.

Ich atme tief in den Bauch hinein und mit einem lauten Seufzer aus.
Ich atme vollständig ein – mein Bauch wölbt sich nach vorne – und atme vollständig aus – mein Bauchnabel bewegt sich zur Wirbelsäule.
Ich atme vollständig ein… und aus…

Ich stelle mir vor, wie die Sonne mein Gesicht erwärmt und spüre die kühle feuchte Erde an meinen Füßen.

Ich atme ein und lasse die Energie aus dem Erdmittelpunkt meinen Körper durchströmen.
Ich atme aus – meine Energie durchflutet den Raum, der mich umgibt.

So tanke ich mit jedem Atemzug Kraft und Energie.
Mit jedem Ausatmen wird meine Energie frei an den Raum, der mich umgibt.
Mein Raum füllt sich mit meiner Energie.

Bei der nächsten Einatmung wachse ich nach oben.
Meine Schultern heben sich und rollen sich nach hinten unten.
Ich spüre den warmen Punkt zwischen Augenbrauen und Mitte der Stirn.
Ich atme aus – mein Raum füllt sich mit meiner Kraft und Wärme.
Bei jedem Atmenzug fließen Energie, Kraft und Wärme.
Sie erfüllen meinen Körper und meinen Raum.

Nun beginne ich mit der Wechselatmung.
Mit jedem Einatmen spüre ich Wärme und Licht.
Ich halte die Luft an. Die Energie des Lichtes breitet sich aus, durch meinen Körper… durch meinen Raum… Ich bin sicher und geborgen.
Ich atme aus – meine Energie breitet sich über meinen Raum hinaus aus.

Nun spüre ich noch eine Weile nach. Sowie mir danach ist, strecke und recke ich mich, finde langsam wieder ins Geschehen und bin voller Kraft und Energie für den weiteren Tag.

Meine Affirmation für heute:

In meinem Raum bin ich kraftvoll und frei

Suche dir ein ätherisches Öl aus, dessen kräftiger, anregender Duft dir viel positive Energie schenkt. Eine Affirmation, die du mit dem Duft verbindest, erinnert dich stets an deine innere Stärke!

Räucherstäbchen oder Duflampen „reinigen“ und „neutralisieren“ deinen Raum wieder und geben ihm deine Atmosphäre zurück.

Klarheit

„Sei klar in dem, was du willst.“

Die „Klarheit“ hebt bedrohlich den Zeigefinger und haut laut mit Konsequenz auf den Tisch. Kalt.

Klipp und Klar.

Klarheit ist etwas anderes.
Sie ist sanftmütig, respektvoll, leitend. Klärend.
Ich kann sie fühlen als das Sprechen von Herzen.

Wenn ich zugemüllt von tausendundeiner Möglichkeiten inne halte und mich nach mir frage.
Wenn dann der ganze Wust plötzlich zur Seite fällt und sie auf einmal deutlich erkennbar ist.

„Wenn wir unter den Schichten von Hektik und Lärm unser Leben freilegen, erwartet uns Stille.
Diese Stille sind wir. Solche Momente nenne ich Halleluja-Momente“
Oprah Winfrey

Aus der Stille heraus, aus meiner Klarheit heraus kann ich mich mitteilen. Nur wenn ich mich selbst sehe, kann ich mein Gegenüber wahrnehmen. Auf Augenhöhe. Ohne Zeigefinger. Von Herz zu Herz.