Alle guten Gegensätze

Die Spatzen verzwitschern die letzten Januartage und ich überprüfe gerade, ob von meinen guten Gegensätzen noch etwas übrig ist. Im Beitrag Langeweile statt Feed habe ich dir bereits einen guten Gegensatz vorgestellt. Er handelt davon, Langeweile zuzulassen, um aus neuer, eigener Energie heraus tatkräftig zu werden und zu bleiben. Nachfolgend will ich dir meine anderen guten Gegensätze präsentieren und beschreibe, was ich mit ihnen verbinde.

Das Ergebnis von Sein statt Haben ist ähnlich wie das von Langeweile statt Feed. Wenn all meine Facetten zum Ausdruck kommen, muss ich keine Löcher mehr stopfen, keine Leere füllen. Die Krux: Unser Leben bietet mehrheitlich nicht essentielle Konsummöglichkeiten. Bei jedem „ohhh, das will ich haben!“ hat es mir persönlich geholfen, mir meinen materiellen Wunsch anzuerkennen. Nur das. Nachdem ich mich von mir selbst gehört fühle, finde ich schnell heraus, welches Loch ich mit dem Haben stopfen wollte. Oft verbinden wir mit einem Produkt auch den Ausdruck nach Zugehörigkeit, wir wollen uns nach außen hin mit einer bestimmten Gruppe Menschen identifizieren. Neben dem Gefühl von Zugehörigkeit und Status, welche Kaufgründe gibt es bei dir?

Tätigkeit statt Arbeit. Wenn du du sein kannst.

Everybody is working their fucking ass off during the week,
Getting totally fucking stressed out
So what’s wrong, and what’s right?
I live for the weekend … Showtek – FTS

Menschen kaufen teure Autos, um damit auf dem Weg zur Arbeit im Stau zu stehen. Vielleicht sitzt eine von fünf möglichen Personen in diesem Wagen, vielleicht steht dieser Wagen die restlichen 23 Stunden des Tages ungenutzt herum. Und sorgt dafür, dass sein Eigentümer (der womöglich wie die anderen 85% unzufrieden mit seiner Arbeit ist), sich zu mehr davon verpflichtet. Wir sind gut darin, die Gitterstäbe unseres goldenen Käfigs auf Hochglanz zu polieren. Doch was will ich wirklich tun? Und wie komme ich dahin?

Sinn… ohne Stumpf. Gehe einer Tätigkeit nach, die dein Herz erfüllt. Dann musst du nie mehr arbeiten!

Wish we could turn back time to the good old days
When our momma sang us to sleep but now we’re stressed out

Twenty One Pilots – Stressed Out

Innerer Antrieb statt Lähmung.

Reichtum statt Geld. Welches sind wirkliche Reichtümer? Wir sind reich im Hinblick auf die Unmengen an Essen, die im Müll landen. Wir sind reich, weil wir uns über die unpünktliche Bahn beschweren. Wir sind reich, wenn unsere essentiellen Grundbedürfnisse gesichert sind.  Diese sind laut Marshall B. Rosenberg Autonomie, Feiern, Integrität, Interdependenz, Nähren der physischen Existenz,  Spiel und spirituelle Verbundenheit. Ich finde, wir sind vor allem reich, solange wir die Wahl haben!

Wahlfreiheit statt Müssen.

Anerkennung statt Betäubung bedeutet, dir selbst all deine Empfindungen und Befürfnisse anzuerkennen. Sie sind berechtigt und richtig. Alles vermeintlich falsche gehört zu deiner Geschichte. Nachdem du die Verdrängungskiste geöffnet hast, ist es möglich, deine Bedürfnisse zu formulieren.

Initiative statt Applenkung.

Fülle statt Völle. Gestehe dir nun die Erfüllung deiner Bedürfnisse zu 🙂

Schwarz und Weiß. Jeder Weg ist so einzigartig, wie der Mensch, der ihn geht. Was für andere nicht funktioniert, kann heute für dich perfekt sein. Vielleicht auch nächstes Jahr noch, wer weiß das schon, denn das beständigste im Leben ist die Veränderung! Wir dürfen jeden Tag aufs neue prüfen, wer wir sind und wo wir hin wollen, wie wunderbar.

 

 

 

 

 

Alle guten Gegensätze – meine digitale Auszeit

Langeweile statt Feed

Es ist aufgeräumt. Ich habe gerade kein Buch zum Lesen, nichts zu tun. Alle Bildschirme, alle Displays sind ausgeschaltet. Ich ärgere mich, es könnten wichtige Mails im Postfach sein, die ich zeitnah beantworten will. Ich würde auch gerne auf Facebook meinem Bedürfnis nach Geselligkeit frönen und in digitaler Gemeinsamkeit baden. Ich würde gerne auf Youtube dabei zusehen, wie jemand seine goldigen Haustiere für mich bespaßt, bitte mehr davon – etwas noch goldigeres und noch lustigeres (heute noch nicht gelacht…)! Doch Youtube vermag micht nicht satt zu bekommen, obwohl ich mich stundenlang durch alle Vorschläge klicke…

Nun gehe ich offline getrieben in der Wohnung auf und ab, bis ich merke, dass ich getrieben auf und ab gehe. Setze mich hin. Lege die Füße hoch und starre an die Wand, um enttäuscht festzustellen, dass ich keine Raufasertapete habe, deren Knubbel ich zählen könnte. Es ist unbequem. Es ist langweilig! Ich fuchtele an meinem Kapuzenbändel und drehe meine Haare ein, während es ruhiger wird in meinem Kopf. Mein Blick wandert durch die Wohnung und bleibt mal hier, mal dort kleben, obwohl ich eigentlich nichts bewusst anschaue. Meine Innenwelt wird langsam wach, sie streckt und räkelt sich und öffnet noch etwas lichtscheu ihre Augen. Gedankenfäden spinnen, bunte. Rote! Manchmal wird ein Knäuel daraus. Ich kann es weiterverarbeiten oder mit seiner Hilfe den Weg nach Hause finden, sollte ich einen Irrweg gegangen sein.

„Statt ständig die Welt weiter nach unseren Vorstellungen verändern zu wollen, bleibt uns heute nichts anderes übrig, als unsere bisherigen Vorstellungen von uns selbst zu verändern.“ Gerald Hüther – „Würde“

Langweile. Der Zustand, in dem alles brach liegt. In dem wir auf allen Ebenen auftanken. Während dem wir uns selbst staunend zuschauen dürfen, was neues aus uns erwacht.

Und wenn das Symposium deiner Geistesblitze sich als Neuronenfeuerwerk entlädt, ist das Gehirnsilvester. Dein Betriebssystem durchläuft ein Update und löscht alte Programme von der Festplatte. Ich wünsche dir viel Spaß beim Erkunden deiner neuen Funktionen – wenn du nicht weiter weißt, klicke dich durchs Hilfe-Forum!

„Eine Möglichkeit, um die Beschränktheit der eigenen Vorstellungen zu überwinden, bietet das Scheitern … oder die Begegnung mit anderen Menschen.“ Gerald Hüther -„Würde“

 

 

Ferngesteuert

Über übermächtige Alltagsdrogen

Noch viel spannender als die gesundheitlichen Auswirkungen von Alltagsdrogen sehe ich die Wirkung auf unseren Geist, ja sogar auf unser Miteinander. Warum? Ich freue mich drauf, jetzt weit auszuholen:

Im Selbstversuch nahm ich ungefähr vier Monate keinen Zucker zu mir. Zero. Keinen Agavendicksaft, keinen Honig, keine Malzextrakte, keine Süßstoffe oder Austauscher, also keinerlei süße Isolate, nix.

Zu Beginn fühlte ich mich unwohl: Ich hatte Angst davor, aggressiv und unerträglich zu sein. Kein Kuchen! Keine Schokolade! Mit Nüssen und Obst hielt ich mich bei Unterzucker über Wasser. Nach wenigen Wochen hatte ich meinen Körper entwöhnt, der Blutzuckerspiegel kam wieder klar. Mein Gehirn hinkte manchmal hinterher. Wenn der Hunger auf Kuchen oder Süßkram besonders stark wurde, lernte ich zu verstehen: „Aha, ich bin eigentlich nur müde! Ich will aber nicht schlafen! Ich habe noch so viel zu tun!“ Und so kam ich mit mir selber ins Gespräch und machte Mittagsschlaf, wenn es nötig war. Oder knallte mir terminlich einzelne Tage weniger zu. Ich wurde langsamer! Meinen Kuchengelüsten lag Stress zu Grunde oder einfach nur das viele Denken. Ich stellte so oft fest, dass ich mit Zucker bislang kompensierte und kompensierte.

Ich bin mir sicher, in einer Welt ohne Zucker würde eine Siesta zum gängigen Tagesablauf dazu gehören. Unsere Welt soll sich immer schneller drehen. Damit wir mitlaufen können, begießen wir immer mehr unersättliche Adenosinrezeptoren mit Koffein, beschönigen, beschleunigen, verdrängen, verändern uns mit Alkohol, beruhigen und erheitern uns mit Rauchen. Dabei wäre das Ein- und Ausatmen ohne den Qualm gesünder und hätte keinen Sucht- sondern den Wohlfühleffekt in Reinform – eine Einladung oder besser gesagt Ausladung an alle Nichtraucher genauso rauszugehen wie die Raucher!

Zum Thema Rauchen sei erwähnt, dass es kaum fairen geschweige denn ökologisch angebauten Tabak gibt. Mit dem mentalen und physischen Gesundheitsaspekt spielt hier die Umweltverschmutzung durch Qualm und weggeworfene Stummel ebenso eine Rolle. Beim Alkohol können wir immerhin auf regionale Bioware zurückgreifen und die Dosis auf ein verträgliches Maß anpassen.

Was mittlerweile bezüglich der Alltagsdrogen auf der Hand liegt, vor allem den allgegenwärtigen Zucker betreffend, ist erschreckend. Konsumieren geht Hand in Hand mit kompensieren und funktionieren.

Zucker, Kaffee, Kakao und Tabak reisen nicht nur mit großem CO²-Fußabdruck in unser hausgemachtes Hamsterrad: Die Zuckerwirtschaft ist kaputtsubventioniert, konventionelle Kakao- und Kaffeebohnen werden von Kindern gepflückt und lächerlich „bezahlt“. Die gängigen Siegel sind leere Versprechen, an die wir Süchtigen glauben wie einst an den Weihnachtsmann. Ich unterstelle den Süßkramkonzernen das Schlechte, weil sie nicht das Gegenteil beweisen können – nein – ständig werden skandalöse Zustände aufgedeckt, die jährlich von Schokonikolaus- und Osterhasenarmeen niedergetrampelt werden.

Ein Qualitätssiegelstudium dauert sicher kein ganzes Semester und bewahrt Menschen vor Ausbeutung und basht habgierige Lohndrücker. Ein Geheimnis verrate ich vorab: Ein Fair Trade-Siegel steht nicht unbedingt dafür, dass das Produkt zu 100% menschenwürdig gehandelte Bestandteile enthält.

Und ja, nach den vier Monaten wurde es mir zu mühselig, auf den Zucker zu verzichten, denn süße Isolate sind so überall wie die Mücken abends am See. In arbeitsreichen Phasen hielt ich wieder meine Kaffeetasse – oder sie mich – und das Koffein hob mich auf geistige Höhen. Wenn ich müde bin, bin ich ohne Kaffee verdammt langsam und das kann wiederum für alle Beteiligten verdammt anstrengend sein. Nun kenne ich beide Extreme und pendele mich in meiner Mitte ein, die ich für mich und andere verantworten kann und will: Ich bin lieber langsamer!

Warum könntest du nie auf Kaffee oder Zucker verzichten? Wer bist du ohne Alltagsdrogen? Was passiert, wenn sich niemand mehr sozial- und arbeitgeberkompatibel dopt?

 

Minimalismus

Städtischer Wohnraum ist rar, teuer und knapp bemessen. Wir sind glücklich mit unserer kleinen Bleibe, denn unsere Zweiraumwohnung hat alles, was das Herz begehrt. Zentral, dennoch ruhig gelegen, etwas im Grünen, nah an Bach und naturnahen Gefilden, alle wichtigen Adressen sind fußläufig unter zehn Minuten erreichbar. Wir haben uns dafür entschieden, auch mit Kind in dieser typischen Pärchen-Wohnung zu bleiben. Denn jeder zu zahlende Quadratmeter will erarbeitet werden. Doch je mehr Arbeitststunden ich leiste, desto schneller laufe ich im Hamsterrad. Und aus dem wollen wir eher raus als rein!

Also sorgen wir dafür, dass wir uns in unserem Zuhause wohlfühlen. Dazu ist es uns wichtig, dass wir uns nicht kasteien und kein Familienmitglied Opfer bringen muss. Es gibt Nützliches, Notwendiges und Schönes und all das hat weiterhin seinen Platz. Wir haben alles, was wir brauchen und verspüren keinen Mangel. Was hat sich bei uns geändert und warum fühlt es sich besser an als zuvor? Was sind unsere Tricks und Ideen?

Die Möbel

Wir nutzen oft Zwei-in-Eins Funktionen. Ein Hocker ist gleichzeitig der Altpapierkorb. Truhen bieten Sitzgelegenheiten und Stauraum. In geschlossenen Schränken haben wir Bücher gestapelt, zweireihig. In offenen Regalen ist es deshalb dekorativ! Der Fernseher ist zugleich unser Computerbildschirm, auch die Musikanlage ist dort angeschlossen. Möbel, die auf Füßen stehen, bekommen rollbare Schubladen untergeschoben. Unter dem Bett bietet diese Möglichkeit ebenso ein paar Quadratmeter. In zahlreiche Ecken fügten wir halbrunde Ablageflächen ein. Jedes an der Wand hängende Möbelstück verbraucht keinen Platz am Boden, daher lohnen sich viele Bohrlöcher! Den großen Esstisch und die passenden acht Sitzgelegenheiten verkauften wir und legten stattdessen einen Spielteppich aus. Gewöhnlich treffen wir viele liebe Menschen außerhalb der eigenen vier Wände und die klassische Essecke hat sich bei uns nie rentiert. Ein Klapptisch, der ungebraucht an der Wand eingehakt wird, dient als Schreibtisch. Kastenförmige Hocker mutieren vom Sitzplatz zum Regal. Wo einschieben, klappen, stapeln zum gängigen Vokabular wird, schafft eine Prise Kreativität tausendundeine Möglichkeit. Hängende Körbchen schmücken Nischen und Ecken. So bleibt Krimskrams wie Kosmetikartikel, Ladegeräte, Feuerzeuge und Taschentücher greifbar und aufgeräumt.

Wahrnehmung

Kleine Wohnräume brauchen nach oben hin viel Luft. Daher sollten sie nie bis unter die Decke zugestellt oder verhangen sein. Quadratische und schlauchförmige Zimmer benötigen noch mehr freie Fläche unterhalb der Decke als ausgewogen rechteckige, damit wir keine Beklemmungen bekommen. Wenige große Bilder oder Wandregale vergrößern optisch ihre jeweilige Wand. Rechteckige Formate ziehen in die Länge, quadratische werden zum Blickfang. Zwei Leuchten vergrößern einen Raum unter folgenden Bedingungen: im ersten Drittel eines rechteckigen Raumes, gegenüber und jeweils nah zur Wand aufgehängt, verleihen sie mehr Tiefe. Das funktioniert jedoch nur bei dezenter und schlanker Möblierung. Auch als Reihe parallel zur langen Wand – beispielsweise über einem Esstisch, sorgen sie für Perspektive. Spots betonen bestimmte Bereiche. Das gleiche erreicht Farbe: Mit ausgwählten und in hellen Tönen gestrichenen Wänden lassen sich eigentlich nicht vorhandene Räume und Atmosphären erschaffen. Hier ist es wichtig, einen weißen Rand zu belassen. Ecken bleiben frei oder werden entschärft, in dem dort Möbelstücke oder Gegenstände wie Spiegel, Gitarren platziert werden. Auch runde Dinge wie ein Wäschekorb erzielt diesen Effekt.

Deko

Ich dekoriere eigentlich gerne, jedoch verschwendete der klassische Klimbim viel Platz im Keller. Nun sind wir bin ich von saisonal trendigen Staubfängern auf natürliche Deko umgestiegen. Unsere Schätze aus Urlauben und Fundstücke aus der Natur verschönern unser Zuhause zeitlos und herzerwärmend. Wir verbinden mit ihnen gute Erinnerungen und umgeben uns so mit Positivität. Wenn wir sie satt werden würden, ließen sie sich kompostieren oder einfach wieder auswildern 🙂 Auch Musikinstrumente sind schön anzusehen!

Die Elemente

Eine große Rolle spielen die vier bis wahlweise sechs Elemente Feuer, Erde, Wasser, Luft, Holz und Metall. Je mehr wir uns mit ihnen verbinden, desto besser geht es uns. Deshalb lege ich Wert darauf, dass Dinge aus natürlichen Materialien bestehen.

Küche

Wie viele Geräte braucht der Mensch? Für jeden Handgriff gibt es das richtige Werkzeug… welches Platz braucht. Und es will auseinandergebaut und gereinigt werden. Und man kramt es oft nur einmal im Jahr hervor. Wenn ich dann mal … koche!

Klamotten

Worin fühle ich mich wie „ich“? Gefällt es mir an mir? Passt es mir? Wie oft wasche ich? Was trage ich tatsächlich oft und gerne? Die meisten Kleidungsstücke lassen sich prima einrollen und aufgestellt in Schubladen unterbringen. Das sorgt für mehr Übersicht und spart erstaunlich viel Platz! Die Rolltechnik bekommt man schnell intus. Jedes Kleidungsstück braucht eine Übungsrunde, das hat den Vorteil, dass bedeutungslose Teile sofort auffliegen!

Bad

Minimalismus geht auch hier mit Zero Waste einher. Bye, bye, Shampoo, hallo Seife! Hallo Roggenmehl! Hallo Distelöl! Hallo Natrondeo! Hallo Waschlappen! Welche Kosmetik verwende ich wirklich gerne und regelmäßig?

Ausmisten

Nimm jeden Gegenstand in die Hand. Hast du ein gutes Gefühl? Macht er dich froh? Behalte ihn. Denkst du dir “ falls… irgendwann“ dann verabschiede dich. Und alles, was du im letzten Jahr nicht angefasst hast, kann weg. Beim Aussortieren übten wir uns darin, bei jedem Ding einzeln unser Herz zu befragen, ob es noch zu uns gehört oder seinen Zweck bereits erfüllt hat. Unser Hausstand hat sich halbiert! Und trotzdem oder gerade deshalb fühlen wir uns in unseren vier Wänden wohler als zuvor. Wohin dann mit all dem Krempel? Verschenken, verkaufen, wegwerfen.

Fertig?

Ich finde immer etwas, was ich nicht mehr brauche, gleichzeitig braucht jeder von uns auch dann und wann irgendeine neue Sache. So gleicht sich der „Bestand“ immer selbst aus und wir häufen kein Zeug mehr an. Jede Neuanschaffung durchläuft einen kritischen „Brauche ich das wirklich?“-Prozess. Am hilfreichsten ist es dabei, mit dem tatsächlichen Erwerb zu warten!

Nichts ist so beständig wie die Veränderung

Oft waren Umräumen und Ausmisten mein Weg zu mehr Ordnung im Kopf. Was sich innen verändert, wandelt sich nach außen und umgekehrt. Minimalismus bedeutet für mich eine Mischung aus Freiheit und Klarheit. Ich mag es den Überblick über meine Siebensachen zu haben und genieße den Gedanken, ohne viel Aufwand umziehen zu können, wenn ich es denn wollte. Ich mag es, die Wahl zu haben. Die habe ich, denn wir befinden uns in einer Überflussgesellschaft . Fluch und Segen zu gleich. Für letzteres und die Wahl bin ich dankbar.

Zum Weiterlesen: Die Kellerliste

 

 

Der Sonnengruß im Frühling

Ein Gastbeitrag von Yogalehrerin Anne Serve

Liebe Yogis und Yoginis!

Es ist Frühling und Ostern steht schon vor der Tür. Wenn auch das Wetter dem Frühling hinterher hinkt, so sieht man doch überall in der Natur schon Zeichen des Neubeginns. Erste Frühblüher, wie Schneeglöckchen, Krokus, Narzissen und Winterlinge locken Bienen und Schmetterlinge aus ihrem Wintertraum.

Eine farbenfrohe Aufforderung, auch an uns Menschen, es der Natur gleich zu tun! Befreien wir uns aus dem Dunkel des Winters mit leuchtenden Farben, nicht nur auf den Ostereiern, bei Kleidung und Dekoration.Durch und mit Yoga kannst du dich auch in Gedanken und Tun der buntern Palette des Regenbogens bedienen. So finden sich in den Chakren ( die sieben Haupt-Energiezentren des Körper) die Regenbogenfarben wieder.

Übst du den Sonnengruß, so hast du gleich alle Chakren aktiviert!

Gerade im Frühling sind die Chancen groß einen Regenbogen zu sehen. Du kannst ihn dir als Brücke zwischen Himmel und Erde vorstellen. Die Kraft, die aus den leuchtenden Farben entspringt, kann im Herzen aufgenommen werden und von deinem Herz eine „magische Brücke“ zu deinem Gegenüber aufbauen.

Ich wünsche dir und deiner Familie von Herzen frohe Ostern und eine gute Zeit!

Om, Shanti, Frieden,

eure Anne

Säen und ernten

Der Frühling will nun endlich unter uns bleiben, ein Zitronenfalter hat es mir verraten! Er und alle anderen Insekten haben Hunger und finden in Betonwüste und monokulturellem Ödland nicht mehr genügend Nahrung. Wir sollten wir ihnen bei der Futterbeschaffung helfen, denn ohne die summenden und flatternden Bestäuber stehen wir ebenso mit leeren Händen da. In Geschäften und zahlreichen Onlineshops gibt es massig insektenfreundliches Saatgut zu kaufen. Ab März wollen die meisten Sorten ins Freiland, auf den Balkon oder ins Blumenbeet. Wichtig ist, dass die Blüten der auserwählten Pflanzen ungefüllt sind. Das heißt, sie müssen über ihre natürlich vorhandene Nektar- und Pollenquelle verfügen. Vielen Pflanzen und Sämereien, die in Gartencentern erhältlich sind, wurde aus optischen Gründen die für die Insekten goldene Mitte weggezüchtet! Ökologisches, samenfestes Saatgut ist die bessere Wahl! Das Ausbringen von Seedballs ist eine simple Möglichkeit brache Flächen zu beblumen. Alte Eierkartons dienen als Anzuchtset für eine Insektenoase. Hier folgen meine Anleitungen:

Seedballs

  • torffreie Blumenerde
  • Tonerde
  • insektenfreundliche Sämereien
  • etwas Wasser

Die Blumenerde bei Bedarf durchsieben, dann werden die Bällchen gleichmäßiger und lassen sich leichter formen. Gebt die Erde in eine große Schüssel und fügt Saatgut eurer Wahl hinzu. Achtet darauf, Sämereien mit den gleichen Anforderungen an Standort und Aussaatzeit zu wählen. Nun kommt noch ein bisschen Tonerde ins Gemisch, die gibt den Seedballs mehr Stabilität. Gut vermengen, die helle Tonerde ist ein guter Indikator! Mit einer Sprühflasche wird die Mischung befeuchtet – zwischendurch immer wieder rühren und einen Probeball rollen! Die Seedballs sind idealerweise walnussgroß. Zu guter letzt dürfen sie an einem dunklen, kühlen und trockenen Ort wieder die Feuchtigkeit verlieren, damit sie lagerfähig und verschenkbar werden! Den Trocknungsprozess spart ihr euch, indem ihr die Seedballs gleich ausbringt.

Eine andere Möglichkeit Seedballs herzustellen erinnert an die Zubereitung von Marillenknödel: Indem zuerst die Bällchen geformt werden und im Nachhinein ein bis drei Samen eingearbeitet werden, spart ihr Saatgut.

Insektenoase

  • Eierkarton
  • torffreie Blumenerde
  • insektenfreundliche Sämereien

Befüllt den Eierkarton zur Hälfte mit Blumenerde, streut Saatgut eurer Wahl hinein und bedeckt dies wiederum leicht mit Erde. Den Karton könnt ihr noch etwas aufhübschen, denn dieses Anzuchtset ist ein prima Geschenk und Mitbringsel. Notiert eine kleine Pflegeanleitung:

Insektenoase! Mäßig gießen, die Keimlinge bald vereinzeln, umtopfen oder auswildern! 

Da Eierkartons kompostierbar sind, können sie theoretisch auch direkt ins Blumenbeet eingebettet werden.

 

Meine Sämereien habe ich beim BUND gekauft, achtet im Gartencenter auf Bioware oder schaut mal im nächsten Bioladen vorbei! Viel Spaß beim Säen und Gärtnern!

Meditation. Mein Raum!

Erlaube dir, gut zu dir zu sein. So wie es selbstverständlich ist andere gut zu behandeln.

Vor allem, wenn du in einer stressigen Phase steckst und dir gar nicht der Sinn nach einer Mediation steht. Jetzt darfst du es dir gemütlich machen! Diese Meditation hilft dir bei der Zentrierung, sie gibt dir Abgrenzung von allerlei äußeren Einflüssen. Danach fühlst du dich ruhig und sortiert.

Was ist dein Raum? Dein Raum kann vieles sein. Vielleicht eine Art Kokon oder Eierschale. Vielleicht gefällt dir auch eine Seifenblase. Eine Aura aus hellem Licht. Gib deinem Raum die Transparenz und Farbe, die du brauchst. Worin fühlst du dich wohl?

 

Mein Raum

Ich stehe in der Berghaltung.
Meine Füße bieten mir einen festen, aufrechten Stand.
Meine Schultern sind entspannt.
Mein Kiefer ist entspannt.
Meine Gesichtszüge sind entspannt.
Ich spüre meinen Atem.
Vielleicht spüre ich ihn im Brustkorb, im Bauch oder ich spüre ihn an meinen Nasenflügeln entlangströmen.
So beobachte ich eine Weile meinen Atem.

Ich atme tief in den Bauch hinein und mit einem lauten Seufzer aus.
Ich atme vollständig ein – mein Bauch wölbt sich nach vorne – und atme vollständig aus – mein Bauchnabel bewegt sich zur Wirbelsäule.
Ich atme vollständig ein… und aus…

Ich stelle mir vor, wie die Sonne mein Gesicht erwärmt und spüre die kühle feuchte Erde an meinen Füßen.

Ich atme ein und lasse die Energie aus dem Erdmittelpunkt meinen Körper durchströmen.
Ich atme aus – meine Energie durchflutet den Raum, der mich umgibt.

So tanke ich mit jedem Atemzug Kraft und Energie.
Mit jedem Ausatmen wird meine Energie frei an den Raum, der mich umgibt.
Mein Raum füllt sich mit meiner Energie.

Bei der nächsten Einatmung wachse ich nach oben.
Meine Schultern heben sich und rollen sich nach hinten unten.
Ich spüre den warmen Punkt zwischen Augenbrauen und Mitte der Stirn.
Ich atme aus – mein Raum füllt sich mit meiner Kraft und Wärme.
Bei jedem Atmenzug fließen Energie, Kraft und Wärme.
Sie erfüllen meinen Körper und meinen Raum.

Nun beginne ich mit der Wechselatmung.
Mit jedem Einatmen spüre ich Wärme und Licht.
Ich halte die Luft an. Die Energie des Lichtes breitet sich aus, durch meinen Körper… durch meinen Raum… Ich bin sicher und geborgen.
Ich atme aus – meine Energie breitet sich über meinen Raum hinaus aus.

Nun spüre ich noch eine Weile nach. Sowie mir danach ist, strecke und recke ich mich, finde langsam wieder ins Geschehen und bin voller Kraft und Energie für den weiteren Tag.

Meine Affirmation für heute:

In meinem Raum bin ich kraftvoll und frei

Suche dir ein ätherisches Öl aus, dessen kräftiger, anregender Duft dir viel positive Energie schenkt. Eine Affirmation, die du mit dem Duft verbindest, erinnert dich stets an deine innere Stärke!

Räucherstäbchen oder Duflampen „reinigen“ und „neutralisieren“ deinen Raum wieder und geben ihm deine Atmosphäre zurück.

einfach baby sein

Noch während der Schwangerschaft dachte ich, das Leben mit Baby wird schon irgendwie so und so ungefähr abgelaufen. Kriegen wir schon hin. Auf jeden Fall mache ich das so und nicht etwa so.

Kaum war unser Baby auf der Welt, war gar nichts mehr übrig von so.

Im eigenen Bett fühlte sich das Baby nicht sehr wohl. Und ich mich auch nicht damit, sie so von mir abgeschottet zu sehen. Ich schob das Gitterbett, sofern ich sie überhaupt dort reinlegte, so nah wie möglich an meine Schlafcouch. Sie stillte dauernuckelnd in den Schlaf. Jeden Tag und jede Nacht. Zum Beispiel.

Alles weitere fügte sich.

Ich las das Buch artgerecht und fühlte mich endlich mit meinen neuen Gefühlen an richtiger Stelle. Mittlerweile, als artgerecht-Coach, bestärke ich andere Mütter darin auf ihr oft so tief vergrabenes Bauchgefühl zu vertrauen. Das Verstehenwollen, warum Babys sich so unerhört schwierig verhalten lässt Begegnungen auf Augenhöhe zu. Gesehen werden. Bedürfnisorientierung ist die Basis. Was brauche ich und was brauchst du? Welchen Weg gehen wir? Und weil es ein Dorf braucht, um ein Kind zu erziehen, lade ich euch zu meinen offenen Treffen ein. Lernt andere Familien kennen, tauscht euch aus, vernetzt euch, seid füreinander da!

Erfahre hier mehr über meine Arbeit.

Zeit

Manche Dinge verlaufen im Sande, für andere halten wir die Zeit an

Meine Gedanken über das, was unsere Existenz formt. Alltäglich schreibt uns die Zeit vor, wie wir uns in ihr zu bewegen haben. Und immer stoßen wir Getriebenen gegen die Scheiben des Aquariums.

Wir können uns nicht nehmen, was schon da ist.

Wir sagen immer „ich nehme mir Zeit“. Oder etwas raubt uns wertvolle Zeit. Doch ändert sich etwas, wenn ich mich etwas oder jemandem widme!

Zeit ist Geld. Aber Geld ist niemals Zeit.
Zeit ist Freiheit. Freiheit ist Zeit!

Zeit kann uns kein Konsumtempel liefern.
Sie kommt und geht im Sekundentakt aber doch ist sie unendlich.
Das wertvollste Geschenk, dass wir uns gegenseitig machen können.