Versteckter Verzicht

Hallo Du!

Die Fastenzeit ist im vollen Gange und du übst dich nicht in Verzicht? Alkohol, zu viel TV, zu wenig Sport – etwa alles legal egal bei dir? Was ist aus deinen guten Vorsätzen geworden? Ich wünschte, du würdest mal auf mich hören!

Mahnend, dein Schlechtes Gewissen

 

Traditionell medienwirksam und vielleicht auch religiös oder spirituell verwurzelt macht sich ein jeder Gedanken, auf was er während der Fastenzeit verzichten will. 40 Tage! Bloß nicht zu enthusiastisch, lieber kleine Brötchen backen – aber bitte nur Vollkorn und kein Weizen. Will ich da wirklich mitmachen? Und danach? Weitermachen wie bisher ist Heuchelei, dann verzichte ich lieber aufs Verzichten.

Ich habe einen Anfang gefunden: Was ich als erstes lasse ist Schwarzweiß-Denken!

Nach dem Ziel habe ich gefragt, wohin soll die Reise gehen bei meiner Fastenzeit? Dann finde ich heraus, dass Fasten, worauf auch immer, mich wieder in die richtige Bahn lenken kann. Manchmal kommt man ja vom rechten Weg ab. Wir wollen ja alle nicht in die Fußstapfen anderer treten, daher ist das schnell passiert. Hier mal falsch abgebogen, da mal ne Markierung übersehen oder die Karte falsch herum gehalten. Schlechte Sicht, Nebelwand, den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen, die rosarote Brille aufgehabt. Wenn ich beispielsweise „unterm Jahr“ jammere und mir wünsche, ich könnte doch endlich mal *hierkönnteIhrFastenzielstehen*, dann brauche ich klare Sicht und Konzentration auf das Wesentliche: Was führt mich zu meinem Wunschziel? Wer und was hilft mir dabei? Nach dem Fokussieren und der Auseinandersetzen während der 40-tägigen Testphase ist das Dickicht plötzlich licht.

Ein bisschen mehr weg führt zu mehr Weg.

Und so schlägt das Pendel einmal in die eine Richtung – so geht es nicht weiter. Und dann schlägt es aus zur anderen Seite – wie lebt es sich damit?

Während mein Pendel so pendelt, schwungvoll, mit Rucken und stolpernd, so bewegt es sich bald sanftmütig und gleichmäßig immer weniger, aber immer weiter.

Und ich finde mich in meiner Mitte wieder. Erst Schwarz, dann Weiß, nun bunt.